Reiseziele · Kirgisistan

Song-Köl: Pferde, Hirten und Jurten an einem Hochgebirgssee

Auf 3.016 m liegt der Song-Köl, ein weiter Hochgebirgssee inmitten von Sommerweiden, auf die kirgisische Hirtenfamilien von Juni bis September ihre Pferde, Schafe und Yaks bringen. Eine Nacht in der Jurte – ohne Straßen, ohne Stromleitungen, unter einem Himmel voller Sterne – ist für viele der Höhepunkt ihrer Kirgisistan-Reise.

Song-Köl: Pferde, Hirten und Jurten an einem Hochgebirgssee

Auf einen Blick

  • Lage: in Zentralkirgisistan, im Gebiet Naryn. Meist fährt man über Kochkor an, 3–4 Autostunden von Bischkek, und von dort weitere 2–3 Stunden bis zum See.
  • Zeitbedarf: mindestens eine Nacht; mit zwei Nächten bleibt Zeit zum Reiten, zum Wandern und einfach zum Durchatmen.
  • Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Mitte September, wenn die Jurtencamps geöffnet sind.
  • Höhe: 3.016 m.

Wissenswertes

  • Der Song-Köl ist etwa 29 km lang und 18 km breit und bedeckt rund 270 km². Nach dem Issyk-Kul ist er der zweitgrößte See Kirgisistans, aber höchstens 13 m tief.
  • Wegen seiner Brut- und Zugvögel steht er seit 2011 als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung unter dem Schutz der Ramsar-Konvention.
  • Im Winter friert der See zu; das Eis wird bis zu 1,2 m dick und hält sich bis Ende Mai. An seinen Ufern gibt es kein ständig bewohntes Dorf: Menschen leben hier nur im Sommer.
  • Die Weiden ringsum sind ein Jailoo, eine Sommerweide – das Herzstück des kirgisischen Nomadenlebens.

Leben auf dem Jailoo

Von Kochkor steigt die Straße über den Kalmak-Ashuu-Pass auf 3.446 m an; eine andere Straße windet sich in 33 Haarnadelkurven den Berghang hinauf. Dann öffnet sich das Land zu einer weiten grünen Mulde mit dem See in der Mitte und den Jurten der Hirten, die verstreut am Ufer stehen.

Die Tage hier sind einfach: Sie reiten mit einem Hirten am Ufer entlang, steigen für die Aussicht auf einen Hügel, sehen in der Dämmerung die Tiere heimkehren und teilen in der Jurte der Familie Tee, Brot, Butter und Kumys, die leicht säuerliche, vergorene Stutenmilch. Nachts, kilometerweit ohne elektrisches Licht, ist die Milchstraße überwältigend.

Wichtige Hinweise

  • Kalte Nächte: Selbst im Juli und August sinken die Temperaturen nachts auf 0 bis 5 °C. Die Jurten haben Öfen und reichlich Decken.
  • Einfacher Komfort: Es gibt keinen Netzstrom, nur kleine Solarpaneele für Licht und zum Aufladen der Handys. Die Toiletten sind Plumpsklos, Duschen gibt es selten.
  • Kein Empfang: Rechnen Sie mit wenig oder gar keinem Mobilfunkempfang. Sagen Sie Ihrer Familie, dass Sie offline sein werden.
  • Höhe: Auf 3.000 m bekommen manche Menschen Kopfschmerzen. Trinken Sie viel Wasser, verzichten Sie am ersten Abend auf Alkohol und gehen Sie langsam.
  • Reiten: Die Pferde sind robust und ruhig, Anfänger werden von den Hirten geführt. Tragen Sie lange Hosen.

Das gehört ins Gepäck

  • Eine warme Jacke, Mütze, Handschuhe und Thermowäsche für den Abend.
  • Eine Stirnlampe und eine Powerbank.
  • Sonnencreme, Sonnenbrille und Lippenbalsam: Auf 3.000 m ist die Sonne stark.
  • Feuchttücher und ein kleines Handtuch.
  • Lange Hosen und geschlossene Schuhe zum Reiten.

Der Song-Köl steht auf dem Programm unserer 6-tägigen Tour mit Issyk-Kul und Song-Köl, des Klassikers in 7 Tagen und der 8-tägigen Tour mit zwei Nächten am See. Mehr dazu lesen Sie in Issyk-Kul und Song-Köl: zwei Seen, zwei ganz verschiedene Reisen.

Fotos: Ninara, CC BY 2.0 · Ninara, CC BY 2.0 · Ninara, CC BY 2.0 · Ninara, CC BY 2.0 · Kondephy, CC BY-SA 4.0

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